Design in the Anthropocene

Hybride Denkmethoden & Zukunftsforschung im Design

Über die Rolle des Designs im Zeitalter der sozioökologischen Herausforderungen.

Fokus: Designforschung, Publikation, Wissenschaftskommunikation
Masterprojekt: Kommunikationsdesign | HS Trier | Juni 2016
Betreuung : Prof. Anita Burgard

Synopsis

Überbevölkerung, Plastikmüll, Ozeanversauerung und Klimaflüchtlinge – Wir leben in einer Zeit der permanenten Konfrontation mit den Konsequenzen unserer selbst erschafften Welt. Unser Alltag wird dabei zunehmender von einer steigenden Anzahl ökologischen und sozialen Herausforderungen dominiert.

In vielen Bereichen spricht man daher von einer neuen Erdepoche: dem Anthropozän – dem Zeitalter der Menschen. In dieser Epoche hat der Mensch die Natur als treibende gestaltende Kraft des Planeten abgelöst. Der Mensch hat seinen Lebensraum zu seinem Nutzen umgestaltet, jedoch die Konsequenzen nicht von Anfang bedacht.

Das Zeitalter der Menschen scheint also vor allem ein Zeitalter der Problemlösung geworden zu sein.
In diesem Kontext habe ich die Rolle des Designers als Problemlöser und die generelle Verantwortung der Designbranche im Anthropozän hinterfragt.
Basierend auf Viktor Papanek’s Gedanken in „Design for the real world“, stützt sich meine These auf die Theorie, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaft und Design zu zielführenden Lösungen für eine bessere Zukunft führen kann.

Vor diesem Hintergrund, habe ich in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Forschern in diversen Fallstudien das Potenzial dieser Schnittstelle erforscht: von einer Segelexpedition mit Meeresbiologen zur Bekämpfung von Plastikmüll, über die Erforschung sozialer Entwicklung durch erneuerbare Energien im Himalaya, bis zu Materialforschung im Hochschullabor. 

Der zweijährige Entwicklungs- und Lernprozess, sowie der gesamte Forschungsverlauf mitsamt Methodologie und Ergebnissen sind in dieser zweiteiligen Publikation zusammengefasst. Das Buch ist nicht nur als Thesis, sondern vielmehr als ein Reisebericht einer Designstudentin durch interdisziplinäres Neuland zu verstehen.

You never change
things by fighting the

existing reality.
To change something, 
build a new model
that makes the existing
model obsolete.

Buckminster Fuller

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Konzept

Unsere Erde wird bekanntlich auch als „blauer Planet“ bezeichnet – dabei kommt dieses Farbe ursprünglich in der Natur kaum vor. Zwar sehen Himmel und Ozeane, die zu 70% unseren Planeten bedecken, durch eine gewisse Entfernung blau aus, die Luft und das Wasser sind an sich aber durchsichtig.
Wer heute über einen Strand spaziert, wird häufiger blaue Teilchen im Sandgemisch vorfinden. Diese Teilchen sind häufig über Jahrzehnte zersetzter Mikroplastikmüll. Aufgrund chemischer Begebenheiten, ist ein künstlich hergestellter Blauton im Gegensatz zu anderen Farben resistenter gegen UV-Strahlung und bleicht somit oft kaum aus. Das künstliche Blau wird also zunehmender zum Bestandteil unserer Umwelt.
Die Farbe blau hat bereits viele unterschiedliche Bedeutungen in Kultur, Kunst und Politik. Im Anbetracht der wandelnden Epoche erhält sie eine neue Bedeutung und steht symbolisch für Plastik – das wiederum als Zeichen der neuen Epochen gelten kann, dem Zeitalter der Menschen. Aus diesem Grund fungiert die Farbe als konzeptionelles Gestaltungselement des Editorialdesigns.

Die gesamte Publikation in zwei Teile gegliedert:
Der erste Teil des Buches befasst sich mit der Auseinandersetzung des neuen Erdzeitalter und dessen Begriffs „Anthropozän“. Der Leser wird zunächst allgemein über den menschlichen Impakt auf den Planeten ins Bild gesetzt und über die Konsequenzen und Probleme, insbesondere Plastikmüll aufgeklärt. Hier steht vor allem der Aspekt der Wissenschaftskommunikation im Vordergrund.

Im zweiten Teil geht es darum, die Funktion des Designs in dem Kontext zu hinterfragen und zu untersuchen in wie fern sich das Berufsbild durch interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Naturforschern weiterentwickeln kann. Dies wird mit Hilfe von unterschiedlichen Fallstudien durchgeführt, die jeweils auf 3 Schritten aufgebaut sind: exploration – science – design.

Designintheanthropocene_Infografikdetail_04
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Designintheanthropocene_Himalaya_Chapter_00
Designintheanthropocene_Himalaya_Chapter_000
Designintheanthropocene_Himalaya_Chapter_01
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Designintheanthropocene_Himalaya_Chapter_04
Designintheanthropocene_Himalaya_Chapter_05
Designintheanthropocene_Himalaya_Chapter_06
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Designintheanthropocene_Himalaya_Chapter_12

Map of human failure